Hochbegabte fördern

Hochbegabte fördern

Was ist beim Überspringen zu beachten?

Generell ist das Überspringen einer Klasse zu überlegen, wenn Unterforderung und eine breit angelegte Begabung vorliegen. Hierbei ist jedoch weiterhin zu bedenken, dass nicht nur intellektuelle, sondern auch soziale Fähigkeiten von Bedeutung sind:

Wie ist der allgemeine Entwicklungsstand des Kindes? Wie ist der körperliche Entwicklungsstand des Kindes? Kann es Schwierigkeiten durch den dann bestehenden Altersunterschied zu den Klassenkameradinnen und -kameraden geben? Wie ist die Persönlichkeit des Kindes – kann es auf andere Kinder zugehen, neue Kontakte knüpfen? Wie wird die soziale Situation in der neuen Klasse für das Kind sein? Wie geht das Kind im Allgemeinen mit Belastungen um?

Auch löst das Überspringen einer Klassenstufe Probleme oft nur zeitweilig: ein frühes Überspringen schließt nicht zwangsläufig aus, dass sich ein Kind in späteren Schuljahren wieder langweilt. In einem solchen Fall sollte zusätzlich auf außerschulische Fördermöglichkeiten zurückgegriffen werden.

Bei der Umsetzung einer solchen Überlegung sollte unbedingt das Einverständnis aller Seiten, also der abgebenden und aufnehmenden Lehrkraft, der Eltern und auch des Kindes selbst vorliegen. Außerdem bietet sich das Einführen einer Probezeit an, in der sich das Kind ohne Gesichtsverlust dazu entscheiden kann, wieder in seine alte Klasse zurückzugehen. Auch sollte geplant werden, wie und wann der Lernstoff aufgearbeitet werden kann und wer dabei Hilfestellung gibt.

Zum Zeitpunkt des Überspringens muss noch nicht das Niveau der nächsthöheren Klasse erreicht sein; bisher gezeigtes Leistungsvermögen und Lernverhalten sollten aber darauf hinweisen, dass der neue Stoff beschleunigt nachgeholt werden kann.

Besondere Zeitpunkte für das Überspringen ergeben sich durch den Wechsel der Schulform nach der 4. Klasse und den hierfür in einigen Bundesländern benötigten Notendurchschnitt für die Schulart-Empfehlung: Eine Versetzung von der dritten in die vierte Klasse in den ersten Monaten des ersten Halbjahres kann dazu führen, dass der für das Gymnasium notwendige Notenschnitt im vierten Halbjahrszeugnis nicht erreicht wird. Leiten Sie deshalb als Eltern einen solchen Vorgang selbst nur ein bzw. akzeptieren Sie einen solchen Versetzungsvorschlag nur, wenn damit gleichzeitig das verbindliche Signal für den Weg ins Gymnasium gegeben wird. Auch ein Überspringen der kompletten 4. Klasse ist grundsätzlich möglich. Hierbei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass in den vergangenen Jahren in vielen Bundesländern die Verweildauer im Gymnasium von neun auf acht Jahre reduziert wurde. Das hat zu einer Verdichtung des Unterrichtsstoffes geführt, sodass die Gefahr einer Überforderung beim Überspringen der 4. Klasse erhöht ist. Daher sollten die Bedingungen und Voraussetzungen im jeweiligen Bundesland vorab sorgfältig geprüft werden (einen Überblick dazu gibt ein bundesweites Gutachten zur schulischen Begabtenförderung; im Internet zu finden unter http://www.blk-bonn.de/papers/heft121.pdf ).

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