Hochbegabung definieren

Hochbegabung definieren

Welche Rolle spielt der IQ für die Definition von Hochbegabung?

Reine IQ-Definitionen von Hochbegabung (z.B. IQ über 130) werden zwar aufgrund ihrer Klarheit und leichten Handhabbarkeit in der Forschung recht häufig verwendet, in der Förderpraxis kommen sie jedoch eher selten vor. Hier betrachtet man neben der Intelligenz häufig noch weitere Merkmale wie die Motivation, die Kreativität oder die Interessen einer Person.

Dennoch ist man sich weitestgehend darüber einig, dass eine hohe Intelligenz eine notwendige Bedingung für intellektuelle Hochbegabung ist. Zu beachten ist dabei, dass es kein natürliches Kriterium dafür gibt, ab welchem IQ man es mit Hochbegabung zu tun hat – genauso wenig, wie es ein solches Kriterium dafür gibt, ab welcher Körpergröße jemand als außergewöhnlich groß bezeichnet werden kann. Die Wahl eines Grenzwertes wie ein IQ von 130 kann nützlich sein, wenn es darum geht, Hochbegabte mit nicht Hochbegabten zu vergleichen oder Plätze für ein Programm zu vergeben, bei dem es mehr Bewerberinnen und Bewerber gibt als aufgenommen werden können. Das strikte Festhalten an einem IQ von 130 als Grenzwert für das Vorliegen von intellektueller Hochbegabung macht aber im Alltag oder bei der Begabungsförderung keinen Sinn, denn man würde kaum andere Leistungen von einem Kind mit einem IQ von 128 erwarten als von einem Kind mit IQ 130, wenn diese Kinder sich sonst nicht unterscheiden.

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