Hochbegabung erkennen

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Wie ist der IQ entstanden?

Der erste Intelligenztest entstand zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Franzosen Binet und Simon entwickelten im Auftrag ihrer Regierung einen Test, der Grundschulkinder mit angeborener oder frühzeitig erworbener Intelligenzschwäche von solchen Kindern unterscheiden sollte, die aufgrund des sozialen Hintergrundes schwache Leistungen im kognitiven Bereich zeigen.

Die Aufgaben dieses ersten Tests, welche von etwa 75% der Kinder eines Altersjahrgangs gelöst wurden, fassten Binet und Simon als eine »Altersreihe« zusammen (z. B. die Aufgabenreihe, die Vierjährige in der Regel lösen). Die Aufgabenreihe, die ein Kind mit höchstens einer Ausnahme lösen konnte, markierte das Intelligenzgrundalter des Kindes. Weitere gelöste Aufgaben höherer Altersgruppen wurden zum Intelligenzgrundalter addiert und somit das Intelligenzalter bestimmt. Mit diesem einfachen Vorgehen legten Binet und Simon den Grundstein dafür, Intelligenz messbar zu machen.

Problematisch bei diesem Vorgehen ist jedoch, dass das Wachstum der Intelligenz nicht kontinuierlich verläuft: ein Rückstand von zwei Jahren zwischen Intelligenz- und Lebensalter ist für einen Vierjährigen sehr viel gravierender als für einen Zwölfjährigen! Daher schlug der deutsche Psychologe Stern 1912 vor, das Intelligenzalter durch das Lebensalter zu dividieren und – um ganzzahlige Werte zu erhalten – das Ergebnis mit 100 zu multiplizieren. So entstand der erste IQ (Intelligenzquotient).

Allerdings nimmt die Leistung in Intelligenztests mit wachsendem Alter nicht stetig zu, sondern bleibt ab dem Erwachsenenalter relativ konstant, während das Lebensalter ständig weiter ansteigt. Nach der IQ-Formel von Stern würde unser IQ also mit steigendem Alter immer geringer.

Daher wird heute nach einem Vorschlag von Wechsler aus dem Jahr 1939 der Testwert einer Person immer an dem Mittelwert und der Streuung einer für diese Person repräsentativen Altersgruppe standardisiert. Man spricht auch vom Abweichungs-IQ. Dieser beschreibt die Lage eines individuellen Testwertes im Verhältnis zum Mittelwert der Vergleichsgruppe unter Berücksichtigung der Gesamtverteilung der Testwerte in dieser Gruppe.

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