24. Dezember 2011 | Tanja Gabriele Baudson

Adventskalender: Das vierundzwanzigste Türchen – und die Gewinner!

Liebe Leserinnen, liebe Leser, heute geht der Adventskalender zu Ende – ich hoffe, Sie hatten ein bisschen Spaß dabei! Heute gibt es nicht nur das Zitat des Tages, sondern auch die Gewinner; und da Sie vermutlich gespannt sind, kommen wir zuerst zur Verlosung und dann zum Zitat!

Die glücklichen Gewinner sind:

  • Britta Lübcke,
  • Harald Schmidt und
  • Bernhard Vetter,

die wir dann in den nächsten Tagen kontaktieren werden. Ausgelost habe ich das Ganze mit Hilfe des Zufallsgenerators von RandomDraw; die Liste können Sie auch hier einsehen. Herzlichen Glückwunsch an die GewinnerInnen, und allen anderen danke fürs Mitmachen!

Nun aber zum Zitat des Tages:

Remember that fear always lurks behind perfectionism. Confronting your fears and allowing yourself the right to be human can, paradoxically, make you a far happier and more productive person. (David M. Burns)

(Übersetzung: Vergessen Sie nicht, dass hinter Perfektionismus immer die Angst lauert. Seinen Ängsten zu begegnen und sich selbst das Recht zuzugestehen, menschlich zu sein, kann Sie (paradoxerweise) zu einem glücklicheren und produktiveren Menschen machen.)

Diese Angst, die Burns beschreibt, bezieht sich auf einen spezifischen Aspekt der menschlichen Motivation, den wir Psychologen etwas sperrig als "Vermeidungs-Leistungszielorientierung" bezeichnen. Sie gehört zu einem sehr umfassenden Modell der Motivation, das von der Arbeitsgruppe um Carol Dweck entwickelt und erforscht wurde und wird. Die motivationalen Zielorientierungen bezeichnen das, was Menschen eigentlich wollen, wenn sie etwas leisten: gut im Vergleich zu anderen dastehen? etwas dazulernen? Das Modell gliedert sich in zwei Haupt-Zielorientierungen: die Lernziel- und die Leistungszielorientierung, die jeweils wieder mit einer spezifischen Bezugsnormorientierung (dem Referenzrahmen, an dem man sich misst) einhergehen.

  1. Jemand, der lernzielorientiert ist, strebt danach, sich zu verbessern. Sein Bezugsrahmen ist entsprechend das, was er früher war (was, wiederum etwas sperrig, als ipsative oder individuelle Bezugsnorm bezeichnet wird).
  2. Jemandem, der leistungszielorientiert ist, geht es hingegen um den Vergleich mit anderen (soziale Bezugsnorm). Diese gliedert sich wiederum in zwei unterschiedliche Aspekte: (a) die Annäherungs-Leistungszielorientierung – man will besser sein als andere, seine Leistungen zeigen und dafür Anerkennung bekommen; (2) die besagte Vermeidungs-Leistungszielorientierung – man will nicht schlechter sein als andere, seine Misserfolge verhehlen, und wenn man etwas weiß, soll das möglichst keiner mitbekommen.

Perfektionismus an sich muss ja nichts Schlechtes sein – eine Sache möglichst gut zu machen, ist ja durchaus erwünscht. Schlecht ist jedoch der maladaptive Perfektionismus, der eben auf der Vermeidungs-Leistungszielorientierung basiert. Dieser führt zu Stress und Angst, weil man eben um keinen Preis versagen will – und dabei auch schnell mal den Bezug zur Realität verliert, wenn die Ansprüche derart hoch werden, dass man ihnen auch unter optimalen Umständen gar nicht gerecht werden kann. Und langfristig senkt das auch die Produktivität, weil man an kleinen Details so lange herumfeilt, dass der Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum Ergebnis steht.

Das Pareto-Prinzip kennen Sie vermutlich: Es besagt, dass man mit 20% des Aufwandes schon etwa 80% der Anforderungen erfüllen kann; umgekehrt braucht man für die letzten 20% dann 80% der Zeit. Klar sind 80% oft nicht genug; aber 100% müssen es auch nicht immer sein. In diesem Sinne: Lassen Sie sich an den Weihnachtstagen (wo man ja oft will, dass alles perfekt sein muss, was dann bekanntlich auch mal nach hinten losgehen kann) nicht zu sehr stressen; vielleicht sind 80% auch genug – und für alle Beteiligten entspannter. Schließlich ist Weihnachten doch etwas Schönes! Genießen Sie also die nächsten Tage – ich für meinen Teil freue mich drauf.

Kategorien: Forschung

Schlagworte: