27. Februar 2011 | Götz Müller

Zurück zur Basis

Wie soll ich nur beginnen? Eigentlich
wollte ich ja mal was Geschlechterverteilung in den Extrembereichen
der Intelligenzverteilung schreiben oder zur Überrepräsentanz von
höherer Intelligenz bei Leistungssportlern – selbstverständlich
unter Berücksichtigung von Fußball-Bundesligaspielern – bloggen,
doch hat mich eine geheime Sitzung des Netzwerks Hochbegabung in
irgendeinem Schulamt der BRD davon abgehalten.

Ich bin geplättet. Das bin ich
wirklich. Liebe Leser, wussten Sie eigentlich, dass – statistisch
betrachtet – es etwa 2,2% Hochbegabte gibt? Und wussten Sie, dass
dieser Prozentsatz für jedes Alter gilt, ergo für die gesamte
Bevölkerung? Also so etwa 2-3 von 100 Menschen … Bei 80 Millionen
Deutschen könnten das knapp 2 Millionen Menschen sein.

Ich war der Ansicht, dass dies eine
Information ist, die kaum einer Erwähnung verdient. Zumindest in
einer pädagogischen Fachgruppe für Hochbegabung. Doch weiß ich das
nun besser. Bevor man über Überspringen, Individualisieren, Fördern
durch Fordern oder gar so abgehobenen Kram wie Selbstwertdienlichkeit
von Vokabellernen schreiben sollte, muss man erst einmal zurück zur
Basis. Und das mache ich jetzt. Für alle. Für alle Experten und für
alle, die auf dem Weg dahin sind.

Daher versuche ich es vorerst mit 10
einfachen Kernaussagen zur Hochbegabung:

  1. Hochbegabung ist zu verstehen als
    Disposition zu hohen Leistungen.

  2. Hochbegabung ist bitte nicht zu
    verwechseln mit Hochleistung.

  3. Und Hochbegabung ist keine
    Krankheit.

  4. Hochbegabt ist, wer einen
    Intelligenzquotienten (IQ) von mindestens 130 hat.

  5. Wussten Sie's schon? Intelligenz
    ist normal verteilt. Daher gibt es genauso viele Minder- wie
    Hochbegabte.

  6. Hochbegabung ist ein seltenes
    Phänomen: Sie liegt bei etwa 2,2% der Bevölkerung vor.

  7. An einem Gymnasium können  t r o
    t z d e m
      auch 3 hochbegabte SchülerInnen in einer Klasse von 25
    SchülerInnen sein. Das wären dann 8,3% - aber in einer
    ausgelesenen Stichprobe.

  8. Es gibt sogar Mädchen, die
    hochbegabt sind, auch wenn in der Schule meist Jungen auffallen.

  9. Im Kindesalter kann Hochbegabung
    als intellektueller Entwicklungsvorsprung verstanden werden. Je
    jünger, desto mehr Entwicklungspotenzial – nach oben wie unten.

  10. Hochbegabung bzw. Intelligenz kann
    sogar vererbt werden. Vorsicht: Auch die Eltern können hochbegabt
    sein!

 

Leider habe ich keine Literaturhinweise
oder Links finden können, die sich auf einfache Weise mit
Hochbegabung beschäftigen. Woran das wohl liegen muss. Hat jemand
Kopiervorlagen ... ach, bin ich geplättet, wirklich.

Kategorien: Bildungssystem

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