Hochbegabte fördern

Hochbegabte fördern

Wie können Hochbegabte im Unterricht in der Klasse gefördert werden?

Ein Unterricht »im Gleichschritt«, in dem die ganze Klasse genau die gleichen Aufgaben in gleichem Tempo bearbeiten muss, ist zum Glück an vielen Schulen inzwischen Vergangenheit. In einem modernen Unterricht wird zunehmend auf die Lernstände der einzelnen Kinder und Jugendlichen Rücksicht genommen und darauf, wie viel Unterstützung, Übung und Herausforderung der oder die einzelne für einen effektiven Lernprozess braucht. Für Begabte bedeutet das, dass sie oft schon mit höherem Vorwissen in den Unterricht kommen, sich deutlich schneller neues Wissen aneignen können und weniger Übungen und Wiederholungen benötigen. Die eingesparte Zeit kann gut für weiteres Lernen oder die Beschäftigung mit (selbst gewählten) Projekten genutzt werden. Selbstverständlich brauchen auch hochbegabte Schülerinnen und Schüler Hilfestellungen und angeleitete Übung – nur eben oft auf anderem Niveau und in anderem Tempo als andere Kinder. Eine Herausforderung in einem solcher Art differenzierten Unterricht besteht darin, einer Vereinzelung der Kinder und Jugendlichen vorzubeugen und immer wieder auch ein gemeinsames Lernen und den Austausch in der Klasse zu organisieren. Erfolg versprechend ist hier der Ansatz, dass die ganze Klasse am gleichen Gegenstand, jedoch auf ganz unterschiedlichem Niveau und mit einer Vertiefung in unterschiedlichen Facetten arbeitet. Soziales Lernen kann auch über das Kooperative Lernen in Kleingruppen erfolgen, in denen die begabten Kinder mit gleichermaßen begabten und damit schneller lernenden Kindern an weiterführenden Themen arbeiten können. Grundlegend für eine gute Förderung Hochbegabter im Unterricht scheint zudem die Haltung der Lehrpersonen zu sein: Wenn es ihnen gelingt, die Lernbedürfnisse eines hochbegabten Kindes in der Klasse als legitim anzusehen und sie bereit sind, nach passenden Aufgaben und Projekten für dieses Kind zu suchen, stehen die Chancen gut, dass die Förderung im Unterricht gelingt. Nicht bewährt hat sich hingegen die Idee, die begabten und schneller lernenden Schülerinnen und Schüler in der Klasse als »Hilfslehrperson« einzusetzen, also sie in der gewonnenen Zeit ausschließlich anderen Kindern helfen zu lassen.

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