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Halo-Effekt
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Der Halo-Effekt (deutsch: Heiligenschein- oder Überstrahlungseffekt) beschreibt eine Form der kognitiven Verzerrung. Das bedeutet, dass von einer einzelnen, meist sehr auffälligen Eigenschaft einer Person auf deren weitere, nicht bekannte Eigenschaften geschlossen wird. Dies kann zu einer einseitigen Wahrnehmung oder auch Fehleinschätzung der Person führen sowie Stereotype und vorschnelle Annahmen über diese befördern.
Der Halo-Effekt kann bewirken, dass Kinder aufgrund ihrer hohen Begabung auch in anderen Bereichen als überdurchschnittlich eingeschätzt werden, zum Beispiel als besonders verantwortungsbewusst, leistungsmotiviert oder selbstständig. Diese Annahmen können zu einer Überschätzung und Überforderung des Kindes führen.
Umgekehrt können Hinweise auf eine hohe Begabung aufgrund von auffälligen Verhaltensweisen, zum Beispiel einer hohen Impulsivität, in der Wahrnehmung überlagert werden, sodass diese nicht erkannt wird. Der Halo-Effekt kann also zur Folge haben, dass die individuellen Bedürfnisse von besonders begabten Kindern zu Hause, in der Kita oder in der Schule nicht erkannt und sie nicht entsprechend ihren Potenzialen gefördert werden.