Hochbegabung erkennen

Hochbegabung erkennen

Welche Bedeutung haben frühes Lesen und Rechnen für die Diagnostik von Kindern mit hoher kognitiver Begabung?

In der Ratgeberliteratur finden sich häufig Hinweise darauf, dass hochbegabte Kinder sich das Lesen und Rechnen bereits sehr früh aneignen. Kann man daraus schließen, dass frühes Lesen und Rechnen auf eine außergewöhnlich hohe kognitive Begabung hinweisen?

Viele Kinder zeigen bereits im Kindergartenalter Interesse an Symbolen, Zahlen und Buchstaben. Sie erfragen z. B. ihre Bedeutung, lernen ihren Namen zu schreiben und zu zählen. Das ist zunächst nicht ungewöhnlich. Ob die Beschäftigung damit auf eine hohe Begabung des Kindes hinweist, ist zum einen vom erreichten Leistungsniveau abhängig. Zum anderen kann die Art und Weise, wie das Kind die Kompetenzen erworben hat, Aufschluss geben.

So ist beispielsweise das selbstständige, sinnerfassende Lesen von Texten qualitativ anders zu bewerten als das bloße Wiedererkennen von häufig gesehenen Wörtern (z. B. täglich genutzte Buslinien, Namen auf Klingelschildern). Kann ein Kind die Prinzipien der Addition auf Fragestellungen im Alltag anwenden oder hat es „Lösungen“ durch häufige spielerische Wiederholung auswendig gelernt („Zwei plus Zwei ist Vier“)? Und wie viel systematische Unterweisung hat das Kind erhalten?

Je stärker bei einem Kind die eigene Motivation zur Beschäftigung mit dem Lesen und Rechnen und je geringer das Ausmaß an pädagogischer Anleitung beim Erwerb seiner Kompetenzen, desto eher können aus dem erreichten Niveau Rückschlüsse auf überdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten gezogen werden.

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