Hochbegabung verstehen

Hochbegabung verstehen

Welche Besonderheiten sind für das Kita-Alter zu beachten?

Gerade in sehr frühen Jahren entwickeln sich Kinder gleichen Alters sehr unterschiedlich. Die Zeitfenster, welche für das erfolgreiche Absolvieren bestimmter Entwicklungsschritte als „normal“ gelten, sind entsprechend weit gefasst. Von einer Etikettierung sehr junger Kinder als „hochbegabt“ im Sinne eines stabilen Merkmals ist abzuraten. Es besteht die Gefahr, Kinder mit zu hohen Erwartungen an ihre (kognitive) Leistungsfähigkeit zu überfordern.

Eine beschleunigte Entwicklung eines Kindes in einem oder mehreren Bereichen kann auch Ausdruck eines zeitweisen Entwicklungsvorsprungs gegenüber Gleichaltrigen sein. Wichtig ist es daher, die Fähigkeitsentwicklung eines Kindes kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum zu beobachten und einzuschätzen. Nur so kann beurteilt werden, ob das Kind über eine hohe Begabung im Sinne eines außergewöhnlichen Leistungspotenzials verfügt.

Zudem ist gerade bei sehr jungen Kindern die Entwicklung stark von den jeweiligen Umweltbedingungen, in denen sie aufwachsen, abhängig. Das gilt auch für die Entwicklung von hohen Begabungen. Sie hängt davon ab, ob Kinder Gelegenheit erhalten, sich vielfältig auszuprobieren und davon, dass sie bei entsprechender Motivation auch in den Genuss einer individuellen Förderung ihrer Stärken und Potenziale kommen. Eine individuelle Förderung auf dem jeweiligen Fähigkeitsniveau des Kindes ist demnach von großer Bedeutung, um Aufschluss über das Leistungspotenzial eines Kindes zu erlangen. Sie sollte als wichtiger Bestandteil einer prozesshaft gestalteten Begabungsdiagnostik betrachtet werden und nicht umgekehrt eine Begabungsdiagnostik zur Voraussetzung einer individuellen Förderung gemacht werden.

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Fragen und Antworten zu hoher kognitiver Begabung im Kita-Alter

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