Hochbegabung verstehen

Kita

Wer kann Kita-Kinder mit hohen Begabungen unterstützen?

Um Kinder bei der Entdeckung ihrer Begabungen unterstützen zu können, bietet sich ein gutes Netzwerk an, in dessen Zentrum das Kind als Hauptakteur:in steht.

Von: Lisa Pohlmeier


Gegenseitige Unterstützung bei hoher Begabung

Unterstützende können dabei die Eltern des Kindes, die Kita, die Schule, Beratungsstellen und Angebote des Sozialraums sein. Gemeinsam tragen sie zur „Gestaltung der Lernumwelt sowie der Lern- und Entwicklungsbegleitung“ 1 des Kindes bei. Dabei steht „eine positive und gesunde Entwicklung der gesamten Persönlichkeit des Kindes im Mittelpunkt: Kinder erlangen ein Bewusstsein für ihre eigenen Begabungen und Fähigkeiten und entwickeln so ein positives Selbstbild“ 1.

Individuelle Lernfreude von Kindern mit hohen Begabungen nicht bremsen

Das pädagogische Handeln einer begabungsförderlichen Kita wird geleitet durch das Grundprinzip, dass die individuelle Lernfreude und Lernbegeisterung von Kindern nicht gebremst werden 2. Sie unterstützen die Kinder darin, ihre Potenziale und Interessen zu entdecken und bieten ihnen entsprechende Möglichkeiten diese zu erforschen und zu entfalten. Damit dies umfassend gelingen kann, sollten die Kita und die Erziehungsberechtigten des Kindes gemeinsam in den Austausch gehen. Pädagogische Fachkräfte einer Kita können professionelle Einschätzungen geben, die von den Eltern durch Beobachtungen aus dem privaten Umfeld ergänzt werden und einen umfassenden Blick auf die Potenziale des Kindes bieten. Mit Blick auf die sogenannten bildungsbenachteiligten Familien sollten niedrigschwellige Gelegenheiten von der Kita geschaffen werden, um über die Entwicklungsbedürfnisse eines Kindes zu sprechen, die eigenen Ressourcen und Kompetenzen in der Familie zu stärken oder den Aufbau weiterer Erziehungskompetenzen zu fördern 3.

Den Übergang von der Kita in die Grundschule als Netzwerk gemeinsam gestalten

Die Kita und die Grundschule sollten sich in Bezug auf eine gelingende Übergangsgestaltung über den Lern- und Entwicklungsverlauf des Kindes, seine Interessen und Bedürfnisse austauschen. So ist es der aufnehmenden Lehrkraft möglich, die Leistungen, das Vorwissen und die besonderen Kompetenzen des Kindes im Anfangsunterricht zu berücksichtigen. Eltern können durch ihr Einverständnis und ihre Unterstützung in diesen Prozess intensiver einbezogen werden. Eine besondere Berücksichtigung in diesen Austauschprozessen sollte die Meinung und Stellung des Kindes in der Schule erfahren 2.

Zusätzliche Unterstützung in der Begabungsentdeckung und der anschließenden individuellen Förderung kann der Einbezug einer Beratungsstelle bieten. Sie nehmen dem Kind und den beteiligten Akteur:innen gegenüber eine neutrale Position ein und beraten zum Wohle des Kindes. Durch ihre zumeist regionale Anbindung sind ihnen Angebote im Sozialraum bekannt, die ein Kind über das familiäre Umfeld, die Kita und die Schule hinweg unterstützen können. Auch dahingehend können sie beraten. Da Eltern, Kitas und Schulen ebenfalls gut über Sozialraumangebote informiert sein können, ergänzt sich das Spektrum der Möglichkeiten zur Unterstützung des Kindes. Unter Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse des Kindes sollte die Entscheidung über weitere Aktivitäten neben der Kita von Eltern nach den Prinzipien der individuellen Förderung getroffen werden 2.

Kinder mit hohen Begabungen können bestmöglich von einem Netzwerk unterstützt werden, das professionell zusammenarbeitet und ihnen Möglichkeiten schafft, sich „vielfältig ausprobieren [zu] können und in ihren besonderen Potenzialen von Eltern wie Fachkräften erkannt werden“ 4. Das Kind sollte dabei aktiv in die Entscheidungen mit einbezogen werden, damit es selbstbestimmt herausfinden kann, wo seine Bedürfnisse und Interessen liegen 2.

Zur Vertiefung

Gespräche mit Eltern führen

Was passiert in einer (psychologischen) Beratung?

Der Übergang von der Kita in die Grundschule