Aktivieren, motivieren, reflektieren – die Karg Impulskreise
Dienstagvormittag, 10:30 Uhr: Ich packe meine Impulskreis-Materialien ein und bin schon voller Vorfreude. Mich erwartet heute eine kleine siebenköpfige Gruppe aus einem Kollegium für eine Fortbildung zum Thema Begabungs- und Begabtenförderung. Und nicht irgendeine: Ich moderiere den Karg Impulskreis-Schule 1. Es geht um das Thema „Begabungen (an-)erkennen“. Im Zentrum steht die pädagogische Diagnostik. Auch Aspekte, die auf die professionelle-pädagogische Haltung zielen, sind enthalten. Ich freue mich deshalb so, weil jeder Impulskreis anders verläuft und ich die Fortbildung dabei situativ anpassen kann. Denn die Teilnehmenden erwartet heute keinen Input von mir wie bei einer klassischen Fortbildung. Stattdessen gehe ich mit einem Materialset in die Gruppe, gebe strukturiert Impulse und Anknüpfungsfragen an die Praxis hinein und begleite die mir gegenübersitzenden Lehrkräfte in ihrem Austausch. Und das ist immer wieder neu. Ich bin gespannt, was mich heute erwartet – es kommt eben immer auf die Gruppe an.
13:30 Uhr: Mittlerweile bin ich in der Schule angekommen. Ich lege mir die Materialien bereit – falte das große Tischposter auf zwei aneinandergeschobenen Tischen in einem Klassenraum der Schule auseinander, lege mir das Kartenmaterial zurecht. Das Tischposter bildet das Zentrum für die Beschäftigung mit dem pädagogisch-diagnostischen Prozess. Die Methode entstammt der Didaktik der Learning Maps 1, 2 aus dem angloamerikanischen Raum und verfolgt einen ko-konstruktiven Ansatz der Erarbeitung von Wissen 3, 4. Learning Maps sind grafisch-strukturiertes Material, mit dem komplexes Wissen übersichtlich und verständlich weitergegeben werden kann. Neben dem Aspekt der Visualisierung zeichnet sich die Methode durch die Partizipation der Lernenden aus, die aktiv mit dem Material arbeiten. Das Material ermöglicht einen eigenverantwortlichen Lernprozess – wer viel hineingibt und aktiv mitarbeitet, kann auch viel herausziehen und mitnehmen.
Neben den Materialien stelle ich noch Stifte und Namensschilder bereit. Eine ansprechende Lernumgebung ist vorbereitet – es kann losgehen. Die ersten Lehrkräfte trudeln ein. Wir begrüßen uns und ich erfahre im Austausch schon die einzelnen Unterrichtsfelder der Teilnehmenden. Jemand hat noch Kaffee gekocht, ein Teilnehmer bringt Kuchen mit. Alle versammeln sich um das Tischposter.
Ich sage kurz etwas zu meiner Rolle – heute bin ich Moderatorin des Prozesses, versuche die richtigen Fragen an den richtigen Stellen hineinzugeben und das Gespräch durch gezielte Impulse zu vertiefen. Ich achte darauf, dass wir uns nicht verstricken, nicht zu lange an einer Stelle verweilen und gut im Prozess bleiben. Fragen, das stelle ich direkt zu Beginn klar, beantworte ich nicht aus meiner fachlichen Perspektive – dafür haben wir einen Themenparkplatz oder ich gebe sie zurück in die Gruppe, weil möglicherweise die fachliche Expertise oder das Erfahrungswissen anderer Teilnehmender sie beantworten können.
Wir starten mit dem ersten Teil des KIK. Die Gruppe muss sich kurz an den Ablauf gewöhnen. Er erinnert an eine Art Gesellschaftsspiel: Es wird ein Teilnehmerleitfaden von Person zu Person weitergereicht. Der oder die Teilnehmende, der bzw. die an der Reihe ist, liest die Impulskarte vor. Die Gruppe erhält teilweise noch weiteres Kartenmaterial, welches ebenfalls in der Gruppe vorgelesen und im Anschluss in den Austausch einbezogen wird. Das braucht kurz Übung, weil jeder aus der Gruppe zu jeder Zeit gefragt ist und die Methode deshalb die Aufmerksamkeit aller verlangt. Auch das laute Vorlesen der Aufgaben ist zunächst möglicherweise für den einen oder die andere ungewohnt. Nach den ersten Aufgaben kommt die Gruppe hier aber richtig in Schwung. Wir kommen vom Allgemeinen zum Besonderen; vom Vorwissen, das reaktiviert und bezüglich der Handlungspraxis reflektiert wird, zum Neuen, zu den Anknüpfungspunkten für eine inklusive Begabungsdiagnostik und -förderung.
15:00 Uhr: kurze Verschnaufpause. Es sind schon einige Fragen auf dem Themenparkplatz gelandet. Ich blicke kurz darauf und überlege, welche möglicherweise im nächsten Teil bei der Beschäftigung mit Beispielen von begabten Kindern und Jugendlichen und über die Inhalte auf den Karten bereits bearbeitet werden können. Das Schöne ist, dass die allermeisten Fragen tatsächlich aus der Gruppe heraus sehr gut beantwortet werden können. Ich kann sie also zunächst einmal immer erst an die Teilnehmenden zurückgeben.
Alle wirken auf mich motiviert. Eine Teilnehmerin kommt in der kurzen Pause auf mich zu und sagt mir, wie überrascht sie sei, dass die Zeit so schnell vergehe. Eine so aktivierende Fortbildung habe sie noch nie mitgemacht.
Wir machen weiter, nachdem sich alle kurz die Beine vertreten haben. Allerdings in neuer Sitzordnung. So verändert sich ganz von selbst die Gruppendynamik. Eine Teilnehmerin, die bisher am Rand meines Blickfeldes saß, sitzt mir nun direkt gegenüber. Sie hat bisher noch nicht viel gesagt. Nun sucht sie immer wieder meinen Blick und bringt sich durch mein aufmunterndes Nicken immer lebhafter in die Diskussion ein. Mit dem Platzwechsel sollen die Teilnehmenden außerdem nochmal eine neue Perspektive einnehmen – denn Lernen passiert nicht nur kognitiv, sondern auch mit dem Körper. Der räumlich veränderte Blick auf die Materialien kann hier zu einem veränderten Fokus oder einem anderen Blickwinkel auf die Inhalte führen.
Ein Teilnehmer sitzt nun vor den Karten mit den möglichen Stärken begabter Kinder und Jugendlicher. Mitten in der Diskussion tippt er auf eine der Karten mit der Aufschrift „Ordnet und strukturiert gerne Menschen und Dinge“ und sagt: „Der Johann, ich glaube der ist auch so einer, der ordnet und strukturiert wohl gerne. Den müssen wir uns mal genauer ansehen.“ Zustimmendes Gemurmel und Nicken aus einer Ecke der Gruppe. Ein Teilnehmer schnaubt: „Der Johann? Soll ich den jetzt auch noch mit Aufmerksamkeit belohnen, wo er doch schon das ganze Schuljahr nichts Sinnvolles zu meinem Unterricht beigetragen hat?“ Er schaut mich herausfordernd an. Auch jetzt gilt: Ich bewerte nicht, beantworte keine Fragen, sondern moderiere die Diskussion. Erst einmal schaue ich fragend in die Runde. Die Sitznachbarin des Fragenden schüttelt den Kopf: „Ich sehe auch nicht, wo wir in dieser sowieso schon schwierigen Klasse noch Zeit für so einen Schüler hernehmen sollen. Da gibt es andere, die haben es viel nötiger.“ Ich mache „hm“ und schaue noch einmal in die Runde, nicke einer Teilnehmerin zu, der ich ansehe, dass sie um Worte ringt. Und schon befindet sich die Gruppe in einer lebhaften Diskussion, in der im Verlauf zunächst konträre Standpunkte durch das gemeinsame Abwägen und Hinterfragen ausgetauscht und schließlich eine gemeinsame Schnittmenge gefunden werden kann.
Ich sehe in nachdenkliche Gesichter, höre nahezu die Gedanken der Teilnehmenden rattern. Immer wieder fasziniert es mich, wie die Methode eine konstruktive Diskussion anregt und die Gruppe über die Impulse gute Beispiele finden lässt – und damit die Reflexion ihres eigenen Unterrichts anstößt.
Wir widmen uns im nun folgenden Teil anhand von Fallbeispielen dem pädagogisch-diagnostischen Prozess. Dazu wandert eine kleine Spielfigur immer von einem Prozessschritt zum Nächsten. So wird auch haptisch erfahrbar, was es bedeutet, zwischen den Schritten in einem diagnostischen Prozess zu wechseln. Zudem ermöglicht es, über die eigenen Denkprozesse und Lernstrategien zu reflektieren, das eigene Lernen zu planen und zu bewerten. Diese Idee basiert lerntheoretisch auf dem Konzept der Metakognition 5. Auch der iterative, spiralförmige Charakter der (pädagogischen) Diagnostik wird durch die Spielfigur deutlich – man geht entlang der Prozessschritte, wiederholt diese, um weitere Informationen zum Kind einzuholen und eine passende Förderung zu planen.
Die Materialien der KIK sehen bei der Arbeit mit den Fallbeispielen eine Auswahl vor: Jede Gruppe entscheidet für sich, mit welchen der vorgefertigten Materialien sie arbeiten wollen, um Informationen über das Kind oder den Jugendlichen zu erhalten. Die Teilnehmenden diskutieren rege, ob sie sich lieber Informationen von den Eltern, den Kolleg:innen oder vom Kind selbst widmen wollen. Letztlich gelangen sie zu einer gemeinsamen Entscheidung: Erst einmal das Kind hören, dann weitere Perspektiven einbeziehen. Hören ist in diesem Fall tatsächlich wörtlich zu nehmen, denn die Fallbeispiele sind als Audios verfügbar – die Dialoge gewinnen dadurch einen lebendigen Charakter, der zudem Emotionen transportiert. Alle lauschen aufmerksam den Berichten und Dialogen.
Anschließend geht es darum, die verschiedenen Perspektiven zu einer Hypothese über das Kind zu verdichten. Im Karg Impulskreis-Schule 2, bei dem es um Methoden der Begabungs- und Begabtenförderung geht, kann dann mit diesem Fallbeispiel weitergearbeitet und auf der Basis des „Wissens der Vielen“ eine gezielte Förderung erarbeitet werden.
Ein Aspekt, der mir an der Methode der KIK besonders gut gefällt: Die Teilnehmenden werden als Expert:innen der professionellen pädagogischen Praxis ernst genommen. Sie können, angeleitet durch die Aufgabenstellungen, immer wieder auf ihr Vorwissen zurückgreifen und dieses reaktivieren. Gleichzeitig profitieren sie von den Erfahrungen und dem Wissen der anderen Teilnehmenden aus dem Karg Impulskreis. Zusätzlich liefern die kompakt und verständlich formulierten Wissenskarten an zentralen Stellen zuverlässig inhaltlichen Input – zum Beispiel vor der Auseinandersetzung mit den Fallbeispielen: Hier bekommen die Teilnehmenden zunächst Hinweise zu Beobachtungsfehlern und anschließend zur Übung Fotos aus dem schulischen Kontext gezeigt. Sie sollen beschreiben, was sie sehen, und ziemlich schnell merken sie – gar nicht so einfach: Wie rasch wertet man zum Beispiel einen Gesichtsausdruck oder eine abgebildete Geste!
Die Teilnehmenden reflektieren mit dieser sehr simplen Übung ihre eigenen Beobachtungsfähigkeiten, ohne direkte Bewertung zu erleben. Um sich darüber klar zu werden, wie man bestimmte Verhaltensweisen einordnet, hilft auch die Übung zum „Refraiming“: Die Teilnehmenden bekommen dabei zwei Kartensätze mit Verhaltensweisen und Stärken. Diese sollen sie einander zuordnen. Die Übung zielt auf den Perspektivwechsel der Lehrkräfte und bringt meine Gruppe ganz schön ins Grübeln. Was kann denn schon positiv daran sein, dass ein Kind für den Unterricht sein eigenes Regelwerk entwirft, dem dann alle in der Klasse folgen sollen? Alle sind aufgestanden und betrachten nachdenklich die Karten. Eine Teilnehmerin greift die Karte heraus, auf der „ordnet und strukturiert gerne Menschen und Dinge“ steht und legt sie neben die Karte mit der negativ konnotierten Lesart „entwirft eigenes Regelwerk, dem alle folgen sollen“. Die Gruppe ist einverstanden. Am Ende finden sich für jede negativ empfundene Verhaltensweise eine oder auch mehrere positive Lesarten. Es ist eine Übung, die eindrücklich in Erinnerung bleibt.
17:00 Uhr: Nach drei Stunden sind alle so richtig platt. Am Vormittag waren die Teilnehmenden natürlich noch in ihrem Unterricht. Und einen ganzen Nachmittag lang lesen, diskutieren, Lösungen finden und die eigene Arbeit daraufhin durchleuchten, wie begabungsförderlich sie ist, ist ganz schön anstrengend. Dennoch war selbst am nachmittäglichen Tiefpunkt die Arbeitsatmosphäre konzentriert und konstruktiv.
Wir werfen noch einmal einen Blick auf den Themenparkplatz. Ich muss schmunzeln. Eine einzelne Frage ist offengeblieben, betrifft das Thema Fördermethoden. Das wird sich dann in sechs Wochen mit dem nächsten Impulskreis zu den Methoden der individuellen Förderung klären. Bis zu diesem Folgetermin erhält jeder aus der Gruppe die Aufgabe, eine Schülerin oder einen Schüler gemeinsam mit Kolleg:innen gezielt zu beobachten. Nachdem ein Teilnehmer diese „Hausaufgabe“ vorgelesen hat, fallen direkt mehrere Namen. Motivation ist also da, das Ziel für heute erreicht. Ich teile noch das Begleitheft aus, das alle zentralen Inhalte der Fortbildung enthält, und lasse die Evaluation ausfüllen. Was die Teilnehmenden wohl berichten werden, wenn sie zum Karg Impulskreis-Schule 2 wieder mit mir zusammentreffen? Konnten die Inhalte noch nachhallen? Und wie wirken das Wissen und die Reflexion in ihre Unterrichtspraxis hinein?
Sechs Wochen später: Ich fahre mit meinem Materialset für die Karg Impulskreise-Schule 2 zum Thema „Begabungen fördern“ wieder in die Schule. Wir begrüßen uns herzlich, alle freuen sich auf den zweiten Teil der Fortbildung.
Eine Teilnehmerin musste sich entschuldigen, es ist mal wieder Erkältungszeit. Tatsächlich sind wir trotzdem zwei Personen mehr, da sich aus dem Schulteam noch zwei weitere Interessent:innen gefunden haben. Ich mache mir innerlich schon einmal eine Notiz – im zweiten Karg Impulskreis-Schule gibt es mehrere Aufgaben, die wesentliche Inhalte aus der ersten Fortbildung aufgreifen und wiederholen. An den Stellen muss ich nachher darauf achten, dass die zwei Neuen inhaltlich gut mitgenommen werden. Ich stelle schnell fest, dass die beiden von ihren Kolleg:innen gut gebrieft wurden, und wir kommen bald in einen angeregten Austausch. Nachdem es beim letzten Mal fokussiert um das Erkennen von Begabungen ging, thematisieren wir heute den darauffolgenden Schritt der Förderung.
Ausgehend vom Begriffsverständnis zu individueller Förderung reflektieren wir positive Lernerlebnisse der Teilnehmenden: Geige spielen, Surfen, Autoreifen wechseln, Kuchen backen, die Zahl Pi verstehen. Die Teilnehmenden reflektieren in diesem Zusammenhang Aspekte wie (Lern-)Erfahrungen, Motivation, Bindungspersonen sowie formale oder informelle Lernsettings, die sich alle als Ankerpunkte für das Lernen herausstellen.
Nachdem Methoden der Individuellen Förderung angesehen und eingeordnet wurden, widmen wir uns wieder den Fallbeispielen. Die Notizen zu der Schülerin, mit der wir uns beim letzten Mal auseinandergesetzt haben, hängen schon an der Tafel neben unserem Gruppentisch. Die Gruppe erarbeitet gemeinsam für diese Schülerin ganz konkrete Möglichkeiten für die Förderung ihrer Begabung. Im Anschluss richten wir bewusst den Blick auf die eigene Praxis: Die Teilnehmenden werden aufgefordert, einen Schüler oder eine Schülerin zu benennen, bei der bzw. bei dem sie in letzter Zeit verstärkt eine Begabung vermuten. Die vorbereitenden Impulse zeigen hier ihre Wirkung: Die Übung am fiktiven Fallbeispiel lässt die Teilnehmenden mit der nötigen professionellen Distanz ins Denken kommen. Durch die Aktivierung des Vorwissens gelingt es den Teilnehmenden zudem besonders gut, praktikable Möglichkeiten der Förderung zu erarbeiten. Besonders berührt mich, dass es der Gruppe gelingt, sich in ihre Schüler und Schülerinnen einzufühlen. Bei der Frage, wie diese wohl den Unterrichtsalltag wahrnehmen, sagt ein Lehrer ganz erschüttert: „Ich glaub‘ der Toni langweilt sich zu 90 Prozent. Dauernd muss er warten, weil er das meiste schon kann. Das muss frustrierend sein.“
Wir kommen schnell auch für die ganz konkreten Fälle der Teilnehmenden zu individuellen Lösungen – da gibt es zum Beispiel Melina, die eine Affinität für das Lernen mit digitalen Medien hat und sich viel in der digitalen Welt bewegt. Eine Teilnehmerin schlägt vor, der Schülerin die Umsetzung von Projekten unter dem Einsatz von KI anzubieten, um sie in ihrer Expertise weiter zu unterstützen. Ein anderer Teilnehmer regt an, der Schülerin Angebote im Rahmen der „Digitalen Drehtür“ zu machen: Dabei könnte sie zeitweise aus dem regulären Unterricht heraus gehen, an (Selbst-)Lernkursen aus dem Pool der Digitalen Drehtür teilnehmen und dann – angereichert und bestärkt – wieder in den Unterricht zurückkehren.
In diesem letzten Teil der Fortbildung schließen wir den Austausch mit einem Blick auf den Prozess der Schulentwicklung an der eigenen Schule ab. Dafür beinhaltet das Materialset den Bauplan einer Schule. Wie können Räume gut genutzt werden? Wie wollen wir die Schularchitektur für die Förderung von Begabungen nutzbar machen? Was könnten wir an unserer Schule konkret umsetzen? Welche Lehrkraft hat wo individuelle Potenziale, die sie einbringen kann? Den Lageplan nehmen die Teilnehmenden dann mit, können daran weiterarbeiten und die Erkenntnisse aus den beiden Fortbildungen in ihren Schulentwicklungsprozess einbringen. Die Gruppe geht sehr engagiert in die Bearbeitung des Lageplans. Konkrete Handlungsschritte auszuarbeiten – das ist das, was den Teilnehmenden einer Karg Impulskreis-Fortbildung oft besonders gut gefällt.
Nach drei Stunden beenden wir – mit einem Blick auf die nächsten Schritte für den eigenen Unterricht – die Fortbildung. Alle haben etwas für sich mitnehmen können und benennen konkrete Vorhaben:
Der größte Schatz, den sie mitnehmen, ist jedoch der Einblick ins Kollegium: Eine Teilnehmerin kennt sich richtig gut mit KI-Tools aus, eine andere hat seit Jahren mit großem persönlichen Aufwand differenzierende Materialien erstellt, die sie nun zur Verfügung stellen wird. Ein Kollege will diese Materialien mit ihr weiterentwickeln.
Glücklich packe ich meine Materialien zusammen. Einige Teilnehmende aus der Gruppe auf mich zu und bedanken sich für die beiden Fortbildungen, die – wie sie mir sagen – wie im Flug vergangen sind.
Ein halbes Jahr später bekomme ich eine E-Mail von einer Teilnehmerin. Sie hat sich mit ihren Kolleg:innen verständigt, möchte gerne neues Material für Schülerprojekte mit KI im Unterricht erstellen und fragt mich nach möglichen Quellen. Zusätzlich merkt sie an: „Im Nachdenken über die Fortbildungsmethodik habe ich bemerkt, dass es eigentlich toll wäre, wenn wir Unterricht so aktiv gestalten könnten wie die Fortbildung, die ich bei Ihnen erleben durfte. Schüler und Schülerinnen mit dieser Methode begleiten zu dürfen – in eigenverantwortlichen Lernprozessen, die an das jeweilige Arbeitstempo und das (Vor-)Wissen anknüpfen, das wäre für mich inklusive Begabungsförderung.“
Wieder einmal hat die Impulskreis-Methode ihren Dienst getan. Als Methode, die aktiviert, motiviert und reflektieren lässt – und die als Blaupause für Unterricht dient.
Weitere Informationen zu den Karg Impulskreisen und den Kontakt zum Impulskreis-Team finden Sie hier.