„Panik ist hier einfach der falsche Ansatz.“
Künstliche Intelligenz und digitale Medien verändern die Art, wie wir lernen, kommunizieren und Informationen verarbeiten – und damit auch, wie junge Menschen heute aufwachsen. In den meisten Debatten wird vor allem über junge Menschen gesprochen: über ihre Mediennutzung, über ihren Umgang mit KI oder die Auswirkungen von Social Media auf sie. Ihre eigenen Perspektiven und Erfahrungen kommen dabei oft zu kurz. Mich hat interessiert, wie ein hochbegabter Jugendlicher diese Entwicklungen selbst erlebt und bewertet.
Ben* ist 15 Jahre alt, geht in die 9. Klasse auf ein Gymnasium in Leipzig und engagiert sich im LandesSchülerRat Sachsen. Aus unserem Gespräch wurde weit mehr als ein Interview über Social Media und KI. Es wurde ein Gespräch über Schule, gesellschaftliche Verantwortung, psychische Gesundheit und die Frage, wie junge Menschen heute in einer Kultur der Digitalität aufwachsen.
Im Sinne der besseren Lesbarkeit wurde das leitfragengestützte Interview thematisch geordnet. Die Aussagen wurden dabei nicht verändert, sondern entlang zentraler Themen zusammengeführt.
*Der Name wurde von der Redaktion geändert.
Meine anfängliche Ablehnung von Social Media kam vor allen Dingen durch meinen Vater. Der hat Informatik studiert, und dann ist man schon mehr auf Datenschutz bedacht … die ganzen Sachen sind jetzt datenschutzrechtlich natürlich nicht so mega super geil ...
Ich mach ja so Schüler:innenvertretungs-Sachen, da muss ich Dinge mitkriegen und dafür habe ich mir dann Instagram geholt. In den letzten Monaten bin ich sogar ein bisschen mehr reingekommen. Eigentlich wollte ich den Account nur haben, um mir Sachen anzugucken, aber dann sind mir halt doch Leute gefolgt und ich fand es auch ganz interessant zu beobachten, wie das so ist. Ich kannte diese Welt halt noch nicht. Du siehst die Posts von den anderen Leuten und man hat ein bisschen das Gefühl, das Soziale von denen zu erleben. Aber man merkt irgendwie auch, dass es trotzdem natürlich nicht so ganz richtig ist …, weil man war ja nicht dabei. Man fragt sich dann, warum gehe ich eigentlich gerade nicht raus? Warum sitze ich jetzt hier und schau mir Sachen an? Das bringt ja auch nichts. Also, ich habe schon gemerkt, dass das auch irgendwie anstrengend ist … manchmal.
Aber ich würde sagen, ein Stück weit hat es mich schon gecatcht, es ist schon interessant. Also, an sich verstehe ich schon ganz gut, warum man das cool findet. Gerade, wenn man mit sich selbst nicht so im Reinen ist oder unzufrieden … dann kann das natürlich auch Orientierung geben. Also, du hast halt irgendwie Vorbilder, und man versucht ein Stück weit, denen nachzueifern. Aber da sieht man natürlich immer nur Schönes und ich glaube schon, dass man da automatisch so ein bisschen eine verklärte Sicht bekommt und alles auf sich selber bezieht und sich dann fragt, warum war ich da jetzt nicht dabei oder wie kann ich auch sowas haben?
Ich versuche, da selbst aber so ein bisschen Abstand von zu nehmen. Am Ende machen einen die Sachen dann halt schon irgendwie süchtig. Und alles, was einen da dann süchtig macht, nimmt einem mehr Zeit in der realen Welt.
Ich würde schon sagen, dass ein Großteil von den Sachen, die man findet, quatschig sind: Die Gefahr bei Social Media und so digitalen Sachen ist, dass es so ein immenser Raum an Informationen ist. Jeder kann was einstellen, und um wirklich jede Information nachzuvollziehen und zu wissen, stimmt die wirklich, müsste man ja jede Quelle checken und immer selber in die Recherche gehen – und das ist superaufwendig. Meine Strategie ist deswegen, auf vertrauenswürdige Quellen zu setzen und alles andere möglichst nicht an mich ranzulassen und das zu dodgen … Aber ich glaube, da ist das Bewusstsein auch noch nicht ganz so groß.
Ich benutze meistens Wikipedia und versuche darauf zu achten, gerade auch für schulische Sachen, dass man auf offiziellen Seiten bleibt, Bundeszentrale für politische Bildung und so. Also, ich glaube, dass Social Media schon ein Ding ist, worüber sich auch Fake News doll verbreiten können. Gerade weil das, wenn man nicht die ganze Wahrheit darstellt oder nur einen gewissen Teil davon, auch mehr die Aufmerksamkeit catcht … Und darum geht es ja heutzutage auch total viel bei Leuten, die Content createn: Irgendwie die ersten Sekunden schnell irgendwas Krasses in den Raum zu stellen, damit man sich das dann bis zum Ende anguckt. Immer, wenn diese Sachen sehr krass sind oder wenn so doll der Bezug zu einem selbst geführt wird und man irgendwie merkt: das macht gerade was mit einem oder das berührt einen irgendwie … Ich glaube, dann sollte dieser Punkt kommen, wo man es hinterfragt. Das sind dann nämlich auch meist die Sachen, die man sich merkt oder die einen halt selbst beschäftigen … Und dann fragt man sich: Ist das jetzt wirklich so? Hat jetzt jeder Fünfte wirklich ADHS? Um jetzt mal so ein klassisches Beispiel zu nennen.
Ich glaube, dass die Angst schon berechtigt ist. Ich glaube aber auch, dass das nicht so ein Ding ist, was nur Jugendliche haben, sondern alle Nutzer:innen. Dieses Etablieren von Social Media kam so schnell, dass die wenigsten viel darüber gelernt haben, und du kriegst so viele Informationen, dass es schwer ist, da zu filtern. Das, was die Leute wahrnehmen, sind vor allem Dinge, die halt doll deren Lebensrealität betreffen … auch so politische Sachen laufen schon viel über Insta. Ich glaube, was da wenig erreicht wird, ist, dass man seine Meinung ändert, sondern eher seine Grundeinstellung noch verfestigt und die so extremer werden lässt. Dann nimmt man eher Sachen, die so in das eigene Bild passen, und ich glaube, da fehlt vor allen Dingen das kritische Hinterfragen.
Die Hürde ist halt auch gering, schnell weiter zu swipen oder Sachen gar nicht wahrzunehmen. Es gibt einfach so viel anderes, dass man sich nicht so unbedingt eine Sache angucken muss. Wenn es mir nicht gefällt oder mich das langweilt, dann schaue ich mir eben irgendwas anderes an. Sich da komplexe Sachen anzuhören und sie zu verstehen, dafür musst du dann erstmal Bock haben und dich dabei nicht langweilen. Ich glaube, dass deswegen so extreme Sachen gut funktionieren. Aber ich glaube auch, Panik ist hier einfach der falsche Ansatz. Eigentlich muss man ja irgendwann lernen, mit so Sachen umzugehen. Viele Eltern und Erwachsene verstehen das aber halt noch weniger als Jugendliche, und dann kommen deren berechtigte Sorgen nicht so gut bei Jugendlichen an. Diese Panik und dieses dolle Wegschieben der Probleme von Social Media auf die Jugendlichen, kann auch so ’ne Trotzreaktion gegenüber ihren Eltern oder gegenüber älteren Generationen auslösen. Die denken dann, warum soll ich mir von denen was erzählen lassen, wenn die das gar nicht so richtig nachvollziehen können.
Ja, also ich würde noch mal kurz unterstreichen, dass es, glaube ich, schon eine Gefahr ist, die von KI und Social Media ausgeht, und dass man die Gefahr auch nicht unterschätzen sollte. Aber das Thema so aufzugreifen, dass man so tut, als wären die Jugendlichen dafür verantwortlich – auch wenn man das vielleicht gar nicht will – ist halt nicht der richtige Weg. Man muss das frühzeitig gemeinsam angehen und muss da aber vielleicht jetzt auch mal ins Handeln kommen. Und ich glaube, dass bei den Jugendlichen – wenn man sich erstmal darum kümmert, dass es denen besser geht – auch eine ganz große Bereitschaft dafür da ist, die Themen anzugehen. Die merken ja auch, dass sie süchtig sind. Also, diese Sachen machen wirklich süchtig, aber dafür können Jugendliche nichts und das belastet Jugendliche auch. Und auch für Eltern: Ich glaube, dann muss das nicht als Vorwurf angesprochen werden, sondern es muss eher gemeinsam nach Lösungen und Alternativen gesucht werden.
Das ist halt eher so die Aufgabe der Gesellschaft, dass man früh darüber bildet und dass sich ALLE damit auseinandersetzen – und eben nicht dieses Wegschieben auf die junge Generation. Also ich glaube, oft fühlen sich junge Menschen da so, als würde ihnen irgendwie die Schuld zugeschoben: Ihr seid süchtig. Ihr könnt nicht mehr mit Informationen umgehen. Dann guckt man aber gleichzeitig in die Welt und es gibt so viele andere Krisen … Ich glaube, deswegen hat die junge Generation gerade guten Grund, auch manchmal skeptisch gegenüber den Älteren zu sein.
Also ich muss sagen, ich habe mittlerweile wirklich so einen kleinen Hass gegenüber KI entwickelt. Also man kann sie schon gut einsetzen, aber oft sind die Ergebnisse halt ziemlich schlecht. Ich glaube, diese KI-Sachen sind eher für so lustige Unterhaltungssachen bis jetzt. Und ich glaube auch, dass gerade junge Menschen besser darin sind, die zu erkennen als ältere.
Für manche Sachen ist KI aber auch richtig praktisch. Also zum Beispiel, wenn man selber Texte hat, die man zusammenfassen möchte. Aber was so Informationssuche angeht, da versuche ich mich immer fernzuhalten, weil da weiß man ja wirklich, wie fehleranfällig das ist. Vor allen Dingen bei so Sprachmodellen, die gerade die Welt so ein bisschen auf den Kopf stellen. Da ist es immer ganz wichtig sich klarzumachen, dass die nicht denken können, sondern nur Algorithmen sind.
Wenn ich KI jetzt einordnen müsste, dann hilft sie mir eher beim schnelleren Vorankommen als beim Verstehen ... und manchmal hilft sie mir nicht mal beim schnelleren Vorankommen. Es ist für mich so ein unterstützendes Tool: Ich schreibe jetzt irgendeinen Text, an manchen Stellen fehlt mir irgendwie ein Wort oder ich will nochmal über die Grammatik gucken oder die Ausdrucksweise – für so was kann das Tool gut sein. Aber ich glaube, man darf niemals die Hauptverantwortung abgeben.
Das liegt bei mir aber auch an meinem hohen Anspruch an so manche Sachen. Für Schulsachen kann das manchmal schon ganz praktisch sein, wenn man jetzt sagt: Ich muss Zeit sparen oder so, aber eigentlich ist das für mich wirklich eher etwas Oberflächliches. Dadurch, dass ich mir da auch selber ganz gut vertraue, kann ich die Sachen dann auch gut selber machen.
Also in der Schule hängt es doll davon ab, ob man engagierte Menschen hat, die sich selbst damit auskennen. Medienkompetenz ist zumindest in Sachsen auch im Lehrplan in Ethik. Aber wie doll das jetzt umgesetzt wird und wie viel davon hängen bleibt? Jeder macht das irgendwie unterschiedlich. Es gab mal Initiativen von einzelnen Lehrkräften, die auch Projektwochen zum Thema Social Media und sowas gestartet haben, aber es ist halt wirklich oft daran gebunden, dass einzelne Personen da Bock drauf haben und sich dann damit beschäftigen. Wir haben auch einen ganz engagierten und kompetenten Informatiklehrer und mit dem haben wir das letztens mal besprochen, wie man zum Beispiel gute Prompts schreibt. Das ist ja auch was, was gelernt sein muss. Aber das sind so Sachen, die wusste ich davor auch schon halbwegs …
Die Themen sind schon jetzt nicht auf dem besten Stand vermittelt worden. Ich glaube vor allem, dass es früh vermittelt werden muss. Mein kleiner Bruder zum Beispiel, der ist jetzt auch in der Fünften und der kriegt natürlich auch mit, dass es KI gibt und so. Gerade in den jüngeren Jahren, wenn man selber noch nicht so viel Erfahrung damit gemacht hat, da dann schon anzusetzen und möglichst früh so eine Aufklärung stattfinden zu lassen, ist wichtig. Ich denke, da sollte es darum gehen, die Funktionsweise von KI und genauso auch von Social Media zu erklären, um wirklich nachvollziehbar zu machen, was da passiert. Das ist eh immer das Beste, wenn man versteht, wie Dinge funktionieren, anstatt nur irgendwelche Regeln auswendig zu lernen.
Generell sollte in der Schule, glaube ich, mehr darauf gesetzt werden, auch außerhalb von Leistung zu denken und außerhalb von Inhalten zu lernen: also eher die Schüler:innen auch in ihrem Selbstbild zu begleiten und mehr so sozial-emotional und psychisch zu unterstützen. Es reicht nicht, wenn man mal einen Tag einen Workshop dazu hat. Da muss immer mal wieder darüber gesprochen werden. Aber oftmals ist es dann halt so: Ja, wir machen einmal einen Projekttag, dann hört da die Hälfte einmal kurz nicht zu, und dann sagt man: „Hey, wir haben uns doch darum gekümmert.“ Ich glaube, das kann es nicht sein. Auch als Lehrer:in sollte man sich damit auseinandersetzen, wie sich KI gut einsetzen lässt, um das dann den Schüler:innen zu vermitteln – gerade, wenn man nicht will, dass die es doof benutzen. Da muss man klare Abmachungen treffen.
Also KI kann irgendwo Inhalte raussuchen, Sachen zusammenfassen und das einmal kurz abrufen, und ich glaube, deswegen muss bei der Leistungsbewertung in der Schule eher in den Fokus gerückt werden, was uns als Menschen ausmacht. Also, dass man denken und Sachen auch reflektieren kann. Das ist halt total schwer, das ist wirklich ’ne Herausforderung, der man sich stellen muss.
Wie man das angehen kann, wüsste ich jetzt auch nicht genau. Also man kann entweder probieren, den Einsatz von KI in der Schule komplett zu dodgen, und sagen, ist halt verboten … und dann versuchen, den Einsatz durch Schüler:innen rauszufinden … Ob das jetzt aber so der Weg ist, weiß ich auch nicht, weil später wird das auch nicht einfach was sein, was man wegschieben kann. Deswegen denke ich auch, das in der Schule zu behandeln und sinnvoll einzubinden, ist wichtig. Aktuell liegt der Fokus zu wenig darauf, dass man die Dinge wirklich versteht, sondern eher darauf, dass man immer „Bulimielernen“ hat und dann die Inhalte einfach nur einmal auswendig lernt, und danach ist es weg. Das kann KI auch. Deswegen ist es in der Schule wichtig, mehr aufs Verständnis zu gehen.
Also, es kommt immer auf die Person drauf an, aber es gibt schon ein paar Leute, die die KI als Gesprächspartner benutzen – nicht unbedingt als Therapeut, jetzt vielleicht noch nicht in meinem Alter, weil da sind Eltern noch mehr die Anlaufstelle. Aber ich glaube, wenn man dann mal so ein bisschen älter ist, und man nicht mehr so eng oder man generell mit den Eltern nicht so eng ist, wird das schon benutzt. Gerade wenn man da ein Konto hat und die KI sich das dann auch alles merkt und auch den Sprachstil an alles anpasst und so. Und dadurch, dass man auch immer nur Bestätigung kriegt von der KI, ist das, glaube ich, auch gefährlich. Also, wenn man sagt, „Hä, stimmt das wirklich?“ und dann sagt die halt, „Ach, du hast total recht.“ Die lobt dich ja immer so ein bisschen in den Himmel. Dass die KI wahre Sachen sagt, ist der ja gar nicht wichtig, im Vergleich dazu, dass man am Ball bleibt. Beziehungsweise der KI ist ja eh nichts wichtig, weil sie ist ja eine KI, aber halt den Erschaffern davon.
Und ich glaube, dass das aber auch daher rührt, dass Jugendliche doll einsam sind. Gerade was auch so Psycholog:innen angeht, ist aber das Angebot an Therapieplätzen total klein. Also junge Menschen fallen meiner Meinung nach gerade ein bisschen runter, weil es so viel anderes gibt, was gerade so in der Welt los ist. Und wenn man sich dann doch mal an junge Menschen wendet, ist es halt oft so ein forderndes Ding: Jetzt kämpft mal für euer Land und jetzt löst dann mal später die Klimakrise und bezahlt mal die Rente und bitte auch viel arbeiten und so weiter. Es gab ja auch letztens diese Studie, wo es um das Kindeswohl ging, und dann war ja auch krass zu sehen, wie Deutschland, obwohl die so wirtschaftlich stark sind, trotzdem schlecht abschneidet.
Ich glaube, davor verschließt man gerade so ein bisschen die Augen, und davor verschließt auch Schule ganz doll die Augen. Schule ist einfach total auf Leistungen aus und wenig darauf, wie es den Schüler:innen eigentlich geht. Und eigentlich, glaube ich, muss Schule gerade in so einer schwierigen Zeit auch immer als mehr als so ein Erziehungsort gesehen werden, also als ein Ort, der die Leute in ihrer Entwicklung betreut und der nicht nur Bildung mitgibt. Und genauso muss das Angebot an Therapieplätzen ausgebaut werden, damit man sich halt nicht an die KI wendet. Ich glaube, dass vielen das Risiko davon auch nicht bewusst ist. Ich schätze, niemand würde sich an ChatGPT wenden, wenn man sich auch an echte Freunde wenden kann oder an echte Therapeut:innen.
Einfach Generationengerechtigkeit, glaub ich. Dass man Interesse für Kinder hat und immer darauf achtet, wie man mit denen kommuniziert und sich bewusst wird, was es für Herausforderungen gerade in der Welt gibt und dass das natürlich nicht an den Kindern einfach so vorbeigeht, dass sie das auch mitkriegen und sie ganz viel Zukunftsangst haben und so weiter. Ich glaube, dem muss man sich mal bewusst werden und sich der Zeit anpassen – und weniger dieses Leistungsding in den Fokus stellen. Ich glaube, das ist gerade das Ding, was die meisten belastet, dass sie Angst haben, diese Leistung nicht erbringen zu können oder dass sie gestresst sind. Auch für jemanden wie mich, der eigentlich keine Probleme hat, auch die Leistung abzurufen, macht das keinen Spaß, weil dadurch entsteht halt auch ein nicht-leistungsfreundliches Umfeld. Deswegen denke ich, es muss viel mehr darauf geachtet werden, wie es Schüler:innen geht und auch mal ein Gang runtergefahren werden, mit dem immer Sachen fordern. Auch mal zuhören …
Ich kann auch dieses Wort Demokratiebildung nicht mehr hören, weil das sagt man immer so, aber am Ende ist es irgendwie schon ein leeres Wort. Ich glaube das muss man dann noch so ein bisschen aufstocken mit Antidiskriminierung und ganz viel Geld auch für junge Menschen, also ganz viel Investitionen. Man muss mal endlich verstehen, dass junge Menschen so viel Potenzial haben – und man dieses Potenzial auch brauchen wird und dass man deswegen an die Jugend auch kein Geld und keine Mittel „verschwenden“ kann.
Jugendlichen haben halt heutzutage wenig. Es gibt wenig echte Orte für Jugendliche. Dieses Ding von Zentren, wo man sich mal trifft, gibt es viel weniger heutzutage als früher. Ich glaube, man muss dieses Angebot stärken. Und ich glaube, so kommt man mehr mit den Leuten ins Gespräch. Und wenn es Jugendlichen generell besser geht, dann ist man halt auch nicht so anfällig für diese ganzen negativen Sachen. Deswegen denke ich, muss man das gemeinsam angehen und so versuchen, da einen Weg zu finden, wo man sich nicht gegenseitig Vorwürfe macht und wo man nicht in diesen Konflikt zwischen den Generationen kommt, sondern wo das auch ein verbindendes Thema ist. Man kann auch nicht so tun, als würde das Erwachsene nicht betreffen. Das betrifft alle, und alle haben Struggles. Und eigentlich kann man sich da, glaube ich, relaten miteinander und das gemeinsam verstehen und deswegen auch gemeinsam angehen.