Schlagwort-Archiv: Leistung

29. November 2016 | Tanja Gabriele Baudson

Lieber Begabte oder Benachteiligte fördern?

Sie werden es vielleicht mitbekommen haben: Bund und Länder haben gestern eine gemeinsame Initiative vorgestellt, um leistungsstarke Schüler/innen und solche mit dem Potenzial zu hoher Leistung besser zu fördern, und sie wollen dazu auch Geld in die Hand nehmen: 125 Millionen Euro über 10 Jahre, die zu gleichen Teilen von Bund und Ländern beigesteuert werden. Nach fünf Jahren wird zwischenevaluiert, damit die am besten funktionierenden Programme auch breiter angewandt werden können. Die Initiative ist, wie "unser" Dr. Ingmar Ahl von der Karg-Stiftung sagte, in der Tat ein Meilenstein. Aber die Initiative stößt nicht überall auf Begeisterung.
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15. Mai 2016 | Tanja Gabriele Baudson

Intelligenz: das unsympathische Merkmal

Hohe Intelligenz ist das zentrale Merkmal Hochbegabter. Intelligenz ist wichtig für die Leistungsentwicklung. Und gut messen können wir sie obendrein. Dennoch trifft sie in unserem Bildungssystem vielfach auf Misstrauen und Antipathie. Warum eigentlich?
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5. April 2016 | Tanja Gabriele Baudson

Was man in Deutschland über Hochbegabte denkt

“Es gibt kein großes Genie ohne einen Schuss Verrücktheit” – dieses Aristoteles zugeschriebene Zitat war in der Antike vermutlich auch schon nicht richtiger als heute. Inzwischen wissen wir aus empirischen Studien, dass Hochbegabte insgesamt sich hauptsächlich – wenig überraschend – in ihrer hohen Intelligenz und damit direkt assoziierten Merkmalen wie Leistungsstärke, schulischem Selbstkonzept o. ä. unterscheiden, sozial und emotional aber eigentlich recht unauffällig sind (und wenn, dann sogar eher im positiven Sinne). Dennoch halten sich Klischees wie das “verrückte Genie” oder die “schwierigen Hochbegabten” hartnäckig. Eine aktuelle Studie, die ich in Zusammenarbeit mit dem Hochbegabtenverein Mensa in Deutschland e. V. durchgeführt habe, untersucht erstmals auf Basis einer repräsentativen Stichprobe, welche Hochbegabtenstereotype die Deutschen eigentlich haben.

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21. Februar 2016 | Tanja Gabriele Baudson

Von der Intelligenz des Abschreibens

Das Semester neigt sich dem Ende zu, und damit ist auch wieder Klausurzeit. In den Erstsemestervorlesungen schreiben in der Regel mehrere hundert Leute mit, aber im Grunde läuft eine Uni-Klausur auch nicht großartig anders ab als in der Schule. Perfekt vorbereitet ist man selten, und das Gefühl des "Oh, nee jetzt …", das einen bei mancher Klausurfrage beschleicht, kennen wir deshalb auch vermutlich alle. Wie geht man damit um?
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15. September 2015 | Tanja Gabriele Baudson

Münstersche Empfehlungen zur Begabtenförderung

Einige Leserinnen und Leser dieses Blogs waren ja vielleicht sogar persönlich anwesend: Letzte Woche richtete das Internationale Centrum für Begabtenforschung den 5. Münstersche Bildungskongress aus – vier Tage voll interessanter Vorträge aus Forschung und Praxis und Gespräche mit vielen Menschen, die alle das Interesse an der Begabungsforschung und Begabtenförderung nach Münster gebracht hatte. Zum Abschluss der Veranstaltung übergaben das ICBF und die Karg-Stiftung die "Münsterschen Empfehlungen zur Förderung besonders begabter und leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler an den Vorsitzenden der KMK-Kommission "Qualitätssicherung in Schulen".
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13. September 2015 | Tanja Gabriele Baudson

Pussys Privilegien

Er sei ein armer Student, so schrieb er bei Twitter. Die Flüchtlinge bekämen alles auf dem Silbertablettchen serviert – er wolle von dem Kuchen auch etwas abhaben. Eine derart vereinfachende Äußerung von jemandem, von dem ich aufgrund seiner Bildung doch etwas mehr an Reflexionsfähigkeit erwarten würde, machte mich doch neugierig darauf, was im Kopf dieses Menschen vorgeht.

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27. Juni 2015 | Tanja Gabriele Baudson

Warum die Bundesjugendspiele nicht das Problem sind

Die Bundesjugendspiele sollen abgeschafft werden – das verlangt eine Mutter in einer Online-Petition, die "nicht verstehen [kann], warum es heute noch für gut befunden wird, Kinder zu zwingen, sich in eine sportliche Wettbewerbssituation zu bringen, die mit Demütigung und Ohnmachtsgefühlen vor der Peer Group verbunden ist". Kinder und Jugendliche würden zur Teilnahme an diesem Wettkampf gezwungen – mit Freude an der Bewegung habe dieser Anachronismus nichts zu tun. Und dass leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler so vielleicht auch einmal ein Erfolgserlebnis hätten, rechtfertige auch nicht die Demütigung der sportlich weniger Begabten. Ich persönlich denke ja, der Sportunterricht, so wie er aktuell ist, ist generell der falsche Ansatz, um überhaupt irgendeine Art Freude an der Bewegung zu vermitteln – und wenn das anders wäre, würde so ein Sportfest vermutlich auch gar nicht mehr so ins Gewicht fallen.

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13. Juni 2015 | Tanja Gabriele Baudson

Nicht die Emotion ist unprofessionell, sondern die Welt, in der sie existiert

Diejenigen von Ihnen, die wie ich bei Twitter unterwegs sind, haben den #distractinglysexy-Shitstorm möglicherweise mitbekommen. Wenn Sie damit nichts anzufangen wissen, hier die Information in aller Kürze: Der britische Biochemiker und Nobelpreisträger Sir Richard Timothy Hunt hatte bei der World Conference of Science Journalists in Seoul für geschlechtergetrennte Labore plädiert – mit der Begründung, die "Mädchen" würden im Labor von der wichtigen Arbeit – der Suche nach der "Wahrheit" – nur ablenken. Denn drei Dinge geschähen im Labor, wenn sie da wären: Entweder, man verliebe sich in sie oder sie verliebten sich in einen, und wenn man sie kritisiere, würden sie weinen.
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8. Juni 2015 | Götz Müller

Schulprobleme: Es zählt nur, was du kontrollieren kannst

Justus ist 15 Jahre alt, hochbegabt und ein Underachiever – also ein Schüler, dessen Leistungen unter dem Durchschnitt seiner Klasse liegen, obwohl seine Begabung dies nicht erwarten lässt. Er beteiligt sich wenig am Unterricht, erledigt jedoch seine Hausaufgaben, lernt aber nicht darüber hinaus für anstehende Arbeiten oder Tests. Weiterlesen

29. März 2015 | Götz Müller

Springen in sieben Minuten

Irgendwo in Deutschland tagte am vergangenen Freitag eine Klassenkonferenz. Diese dient der Beschlussfassung zu pädagogischen Maßnahmen – in diesem Falle einer Evaluation einer Fördermaßnahme und der Entscheidungsfindung, ein Überspringen nach den Osterferien durchzuführen. Ich war dabei und davon berichte ich nun.  Weiterlesen

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Freut mich auf jeden Fall zu lesen, dass Ihre Tochter wieder Spaß hat (und Sie auch)! Ich glaube, de ...

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Nein, unterschlagen wird da nichts Die Diagnostik ist auch nicht ganz trivial. Es gibt da nämlich ...

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Hat mich sehr gefreut, das zu lesen. Hoffe, es hat Ihnen gefallen Ich fand's super, was das rheini ...

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