Hochbegabte fördern

Hochbegabte fördern

Welche schulischen Fördermöglichkeiten gibt es?

Die Basis schulischer Förderung ist eine innere Differenzierung des Unterrichts nach Arbeits- und Lernniveau der einzelnen Schüler. Allgemein werden schulische Fördermöglichkeiten für besonders begabte Kinder in beschleunigende (Akzeleration) und vertiefende (Enrichment) Maßnahmen unterteilt.

Akzelerierend wird gearbeitet, indem derselbe Stoff in kürzerer Zeit erlernt wird. Manche Schulen bieten beispielsweise jahrgangsübergreifende Eingangsklassen an, so dass die ersten beiden Schuljahre wahlweise in zwei oder einem Jahr durchlaufen werden können. Weiterhin kann während der gesamten Schullaufbahn – nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile – eine Klasse übersprungen werden. Eine andere Möglichkeit bietet die Akzeleration in Fächern, für die eine besondere Begabung vorliegt, durch den Besuch dieser Fächer in einer höheren Jahrgangsstufe.

Bei Enrichment-Maßnahmen wird der Schulstoff vertieft und um zusätzliche Inhalte erweitert. Enrichment kann etwa durch Projektarbeit oder Lernverträge methodisch umgesetzt werden. Zusätzliche Umsetzungsmöglichkeiten ergeben sich durch Arbeits¬gemeinschaften oder die Kooperation mit Hochschulen und weiteren außerschulischen Partnern. In der Praxis der individuellen Förderung sind häufig Mischformen von Enrichment und Akzeleration sinnvoll.

Eine spezielle Form der Hochbegabtenförderung stellen Begabtenklassen an Gymnasien oder eigene Schulen für die Hochbegabtenförderung (zum Beispiel das Landesgymnasium St. Afra in Meißen oder das Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch-Gmünd) dar. Im Grundschulbereich erfolgt die Förderung besonders und hochbegabter Schüler überwiegend in integrierter Form, also im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts für alle Kinder. Hierbei stellt eine binnendifferenzierende Unterrichtsgestaltung unter Anwendung möglichst einer Vielfalt von Methoden der individuellen Förderung eine wesentliche Gelingensbedingung für eine erfolgreiche Förderung der Kinder dar. Einige Grundschulen bieten zudem sogenannte »pull-out« Programme an. Hier werden begabte Schülerinnen und Schüler an zumeist einem Tag der Woche vom regulären Unterricht freigestellt und in besonderen Begabtengruppen unterrichtet. Diese Form der Förderung setzt in der Regel die Kooperation mehrerer Schulen voraus.

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