10. Dezember 2016 | Tanja Gabriele Baudson

Adventskalender, Tag 10: 24 Gedanken und Wünsche für Hochbegabte

Da wartet man den halben Tag auf die Lieferung des Inhaltes für das heutige Adventskalendertürchen … doch das Christkind lässt auf sich warten! Man wartet also, isst zwischendrin ein Stück Stollen oder vielleicht auch zwei, zündet dann, als langsam die Dämmerung kommt, ein paar Kerzen an, aber irgendwann fragt man sich doch, was denn heute los ist. Möglicherweise ist es auf dem Weihnachtsmarkt hängen geblieben? Und genau da fand ich es dann auch Arm in Arm mit dem Nikolaus, fröhlich Weihnachtslieder singend! Naja, ist ja schließlich Wochenende heute.

Mit Hilfe von Elke (40) ist die Geschichte dann aber doch noch gut ausgegangen. Ihre Gedanken richten sich vor allem an diejenigen, die sich schon in der Ausbildung oder im Studium befinden:

Auch wenn es schwerfällt: Übe Dich in Geduld!
Versuche Geduld aufzubringen. Geduld mit der (scheinbaren) Langsamkeit der Anderen, während der Ausbildung vor allem mit der von LehrernInnen und ProfessorenInnen oder AusbilderInnen.
Geduld Dir selber gegenüber. Du musst nicht immer die Beste/der Beste sein, es muss nicht alles perfekt sein bzw. das, was Du als perfekt ansiehst, ist für viele in derselben Zeit gar nicht machbar. ("Blockiere Dich nicht selber, fang einfach an und schreib Deine Projektarbeit. Du wirst nie die perfekte Literaturliste haben.")
In erzwungenen, zwangseingeteilten Gruppenarbeitsphasen … (schrecklich …): Setz Dich erst mal ruhig hin und höre zu, was die anderen zu sagen haben. Gib ihnen auch eine Chance, denk nicht die ganze Zeit: "Zeitverschwendung", "komm auf den Punkt", "oh Mann, was ich jetzt alles Cooles machen könnte". Sieh es als Lebenserfahrung, denn: Du wirst vermutlich noch des öfteren in Deinem Leben in diese Situation kommen. Die Wahrscheinlichkeit, ständig von HBs umgeben zu sein, ist im normalen Leben doch schon geringer.
Doch: Falls Du im Vertiefungsstudium die Möglichkeit hast, Dich aus den Zwangsgruppen zu befreien durch Einzelprojekte oder die Möglichkeit, eigene Gruppen bilden zu dürfen, dann nutze diese Chance! Schalte die Sinnesorgane ein: man findet sich!
Darum: Verstecke Dich nicht, gönne Dir ruhig Deine Auszeiten, doch nimm am Unileben teil.

Ich denke auch, die Balance zwischen Anpassung und Ausleben ist wichtig. Ganz ohne Anpassung wird es kaum gehen; aber man ist seiner Umgebung – insbesondere, wenn man einmal aus der Schule raus ist – auch nicht hilflos ausgeliefert. Insofern lohnt es sich, die Augen für die eigenen Freiheiten und Wahlmöglichkeiten offen zu behalten.