Glossar

Im Glossar werden wichtige Grundbegriffe erläutert, die in der Auseinandersetzung mit Texten zum Thema Hochbegabung auftreten können.

A

Akzeleration

Akzeleration wird in der Regel im schulischen Kontext angewendet. Es bedeutet, dass ein*e Schüler*in im Lehrplan vorgesehene Themen zu einem früheren Zeitpunkt beginnt, schneller behandelt oder früher beendet als andere Schüler*innen ihres bzw. seines Alters.

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Autismus

Die Autismus-Spektrum-Störung zählt zu den neurologischen Entwicklungsstörungen. Autismus zeigt sich in einer Beeinträchtigung in sozialen oder beruflichen Funktionsbereichen. Zu den Symptomen zählen Einschränkungen in der sozialen Interaktion. Zugleich zeichnet sich das Verhalten durch anhaltende, sich wiederholende Verhaltensweisen oder sehr ungewöhnliche, einseitige Interessen aus.

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Asynchrone Entwicklung

Asynchrone Entwicklung bedeutet, dass Hochbegabte in ihrer kognitiven Entwicklung schneller voranschreiten als in ihrer emotionalen, biologischen oder psychomotorischen Entwicklung.

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B

Begabungsmodelle

siehe Hochbegabungsmodelle

Beobachtung

Beobachtungen und die Dokumentation der Beobachtungen sind ein Teil der Pädagogischen Diagnostik. Ziel ist, Erkenntnisse z.B. über das Spiel-, Sozial- oder Lernverhalten von Kindern und Jugendlichen in der Kita oder Schule zu erhalten und auf dieser Grundlage pädagogische Entscheidungen treffen zu können.

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Beobachtungsfehler

Beobachtungen werden von Menschen gemacht und sind abhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen, in denen sie stattfinden. Da Menschen das Beobachtete subjektiv verarbeiten, können Beobachtungsfehler oder Beobachtungsverzerrungen entstehen, bei denen z.B. Stereotype oder subjektive Theorien herangezogen werden.

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C

Chancengerechtigkeit

Chancengerechtigkeit im Bildungssystem besteht, wenn alle Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Interessen, Bedürfnisse und ihres jeweiligen Entwicklungsstandes gefördert werden. Das geschieht unabhängig von ihrem sozioökonomischen und sozialen Hintergrund, ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer Kultur oder ihrer Religion.

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Checklisten

Checklisten können als Hilfsmittel bei Beobachtungen im Rahmen einer Diagnostik eingesetzt werden. Sie beinhalten mitunter auch Beispiele für Merkmale und Verhaltensweisen hochbegabter Kinder, dienen dabei aber immer nur zur Fokussierung der Beobachtung und nicht als Instrumente, mit denen eine Hochbegabung unmittelbar nachgewiesen werden kann.

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Coaching

Mit Coaching werden u.a. Lern- und Entwicklungsprozesse von Hochbegabten begleitet. Ziel des Coachings ist die Entfaltung der Potenziale des Kindes bzw. Jugendlichen und die Entwicklung von Expertise und Leistungsexzellenz.

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D

Diagnostik

Diagnostik bezeichnet die Abklärung einer spezifischen Fragestellung. Dafür werden unterschiedliche Informationsquellen genutzt.

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Dokumentation

Die Dokumentation von Bildungsprozessen dient als Grundlage für die pädagogische Arbeit und pädagogische Entscheidungen in Kita und Schule und ist fester Bestandteil der pädagogischen Diagnostik.

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Drehtürmodell

Beim Drehtürmodell haben Schüler*innen die Möglichkeit, den Unterricht ihrer Klasse für eine oder mehrere Stunden zu verlassen, um in dieser Zeit z.B. am Fachunterricht einer höheren Klasse teilzunehmen, an eigenen Projekten zu arbeiten, sich auf Wettbewerbe vorzubereiten oder ein Juniorstudium zu machen.

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F

Förderung, individuelle

siehe Individuelle Förderung

E

Einschulung, vorzeitige

siehe Vorzeitige Einschulung

Enrichment

Enrichment (wörtl.: Anreicherung) ist der Überbegriff für vertiefende Aufgaben oder Projekte in Kita und Schule für begabte, hochbegabte und besonders leistungsstarke Kinder sowie Schüler*innen. Sie haben dabei die Möglichkeit, sich mit Inhalten aus ihren Interessensgebieten vertiefend zu beschäftigen.

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Entwicklung(-svorsprung)

Bezüglich der Entwicklung von Hochbegabten wird oft ein Vorsprung in der intellektuellen Entwicklung angenommen. So wird beim Entwicklungsvorsprungsansatz Hochbegabung mit einem großen Altersvorsprung in einem Wissensgebiet gleichgesetzt – unabhängig von der Intelligenz einer Person.

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Expertise

Expertise bezeichnet ein besonders umfangreiches Wissen und eine besondere Problemlösekompetenz in einem bestimmten Bereich, die auf intensives, systematisches und langjähriges Üben zurückgeht. Die Expertise befähigt Kinder und Jugendliche, in diesem Bereich überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen.

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F

Flynn-Effekt

Der Flynn-Effekt bezeichnet das Phänomen, dass IQ-Werte in der Allgemeinbevölkerung über Generationen hinweg ansteigen: Alle zehn Jahre steigt der IQ um drei bis sieben IQ-Punkte.

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Förderung, individuell

siehe Individuelle Förderung

Frühstudium

siehe Juniorstudium

G

Grouping

Unter Grouping (wörtl.: Gruppierung) werden fach- oder themenspezifische Angebote zur Förderung (hoch-)begabter Schüler*innen verstanden, die klassenübergreifend angeboten werden. Die Kinder und Jugendlichen entscheiden sich entsprechend ihrer Interessen oder Leistungen für ein Angebot.

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H

Hochbegabungsmodelle

(Hoch-) Begabungsmodelle beschreiben wesentliche Aspekte von (Hoch-) Begabung. Sie versuchen für das nicht beobachtbare Phänomen der (Hoch-) Begabung beobachtbare Indikatoren zu bestimmen. Manche Modelle beschreiben zudem, welche Faktoren oder Prozesse bei der Entstehung von Leistung auf der Grundlage der (Hoch-) Begabung eine Rolle spielen.

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Hochsensibilität

Hochsensibilität bezeichnet eine besondere Sensibilität eines Menschen, die sich zum Beispiel im besonders intensiven Erleben von Gefühlen oder Sinneseindrücken, einem ausgeprägten Bewegungsdrang oder dem Bedürfnis nach kognitiver Herausforderung sowie großer Phantasie zeigen kann.

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I

Individuelle Förderung

Die individuelle Förderung berücksichtigt in der Gestaltung des Lernumfeldes die individuellen Neigungen, Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnisse eines Kindes hinsichtlich Lerninhalten, Lerntempo und methodisch-didaktischer Aufbereitung.

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Individuelle Leistungsbeurteilung

Die individuelle Leistungsbeurteilung dient zur Bewertung einer individuellen Leistung von Schüler*innen. Häufig haben die Schüler*innen die Leistung in einem Unterrichtssetting erbracht, in dem sie in ihrem jeweils eigenen Tempo und auf unterschiedliche Art und Weise Inhalte erarbeiten konnten.

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Inklusion

Grundgedanke der Inklusion ist, dass nicht der Mensch sich an ein bestehendes System anpassen muss, sondern das jeweilige System an die Menschen. Im Falle einer inklusiven Begabungsförderung heißt das, dass das Bildungssystem so flexibel sein muss, dass alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihren jeweils spezifischen Lernvoraussetzungen, Interessen und Bedürfnissen sowie unabhängig von Geschlecht, Kultur, sozialer Herkunft oder sozioökonomischen Status in ihrer Entwicklung gefördert werden.

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Intelligenz

Intelligenz bezieht sich auf die kognitive Leistungsfähigkeit einer Person. Damit spielt die Intelligenz eine zentrale Rolle bei der Definition und Diagnostik von Hochbegabung und ist wesentlicher Bestandteil vieler Hochbegabungsmodelle.

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Intelligenzquotient (IQ)

Der Intelligenzquotient (IQ) bildet die intellektuelle Leistungsfähigkeit einer Person im Vergleich zu anderen Personen mit derselben Muttersprache und in derselben Altersgruppe (Bezugsgruppe) ab.

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Intelligenztest

Ein Intelligenztest (auch: IQ-Test) erfasst die intellektuelle Leistungsfähigkeit entsprechend der dem IQ-Test zugrundeliegenden Intelligenztheorie. In Abhängigkeit von der theoretischen Fundierung und den gewählten Aufgaben werden in unterschiedlichen Tests verschiedene Bereiche der Intelligenz berücksichtigt und akzentuiert. Bei der Durchführung eines Intelligenztests ist es daher wichtig zu wissen, welche Teilfähigkeiten (z.B. figurale Fähigkeiten, logisches Schlussfolgern) der spezielle Test erfasst und inwieweit er bildungs- oder sprachabhängig ist.

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J

Jahrgangsübergreifender Unterricht

Beim jahrgangsübergreifenden Unterricht lernen Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Klassenstufen gemeinsam. Dies bietet ihnen die Möglichkeit, den Lernstoff im eigenen Tempo zu bearbeiten, ohne die Klasse wechseln zu müssen.

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Juniorstudium

Das Juniorstudium (bzw. Früh-/Schülerstudium) kann eine Maßnahme der Akzeleration oder des Enrichments sein. Schüler*innen, die am Juniorstudium teilnehmen, besuchen bereits während der Schulzeit Veranstaltungen an einer Universität oder Hochschule.

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K

Kompetenzen, lernmethodische

siehe Lernmethodische Kompetenzen

L

Leistung

Ist ein Kind bzw. Jugendlicher hochbegabt, beschreibt dies u.a. das Potenzial zu einer besonderen Leistung. Diese kann, muss aber nicht zwingend erbracht werden.

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Leistungsbeurteilung, individuelle

siehe Individuelle Leistungsbeurteilung

Lernmethodische Kompetenzen

Die lernmethodischen Kompetenzen umfassen jene Kompetenzen, die für den Erwerb von Wissen notwendig sind. Hierzu gehören zum Beispiel Kenntnisse, wie Wissen strukturiert werden kann, welche Lernstrategien es gibt und wie man sie anwendet, wie Texte strukturiert gelesen und geschrieben werden usw.

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M

Mentoring

Mentor*innen begleiten Kinder und Jugendliche über einen längeren Zeitraum und unterstützen diese in ihrer Entwicklung. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen, z.B. durch die Schaffung einer herausfordernden Lernumgebung innerhalb und außerhalb der Schule, durch die Unterstützung bei der Berufswahl oder durch eine emotionale Unterstützung.

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Minderleister

siehe Underachiever

Motivation

Motivation bezieht sich auf die Handlungsbereitschaft einer Person im Hinblick auf ein angestrebtes Handlungsergebnis. Eine hoch motivierte Person ist bereit, sich intensiv und ausdauernd mit etwas auseinanderzusetzen. Motivation beinhaltet mehrere Facetten, z.B. Emotionen, Interessen oder Zielorientierungen.

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N

Netzwerke

Netzwerke können die Begabungs- und Begabtenförderung unterstützen. Durch die Vernetzung verschiedener Akteure wie z.B. Kindertagesstätten, Schulen unterschiedlicher Schulformen, Schulpsychologie, (Erziehungs-) Beratungsstellen und weitere Akteure der Bildungslandschaft, aber auch Bildungspolitik und -administration können gemeinsame Konzepte zur Begabungs- und Begabtenförderung entwickelt und umgesetzt werden.

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Need For Cognition

Need for cognition (wörtl.: Bedürfnis nach Erkenntnisgewinn) wird auch als kognitive Motivation oder Freude am Denken bezeichnet. Sie bezieht sich auf das Bedürfnis nach kognitiver Stimulation und Herausforderung. Dieses zeigt sich in der Freude daran, über Objekte und Beziehungen nachzudenken sowie an anspruchsvollem Nachdenken, Schlussfolgern und Problemlösen.

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P

Personorientierung

Die personorientierte Begabungs- und Begabtenförderung stellt die Person in das Zentrum ihres pädagogischen Handelns. Ausgehend vom philosophischen Personbegriff wird davon ausgegangen, dass jedes Kind oder jeder Jugendliche einzigartig ist und seine jeweils spezifischen besonderen Begabungen hat. Personorientierte Angebote der Förderung stellen die Autonomie der Person und dessen Verantwortung für den eigenen Bildungsprozess in den Mittelpunkt. Sie bieten jeweils eigene Wege an, die ganz speziell auf diese Person zugeschnitten sind.

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Portfolio (-arbeit)

Ein Portfolio enthält in der Regel eine vom Kind oder Jugendlichen ausgewählte Sammlung an Bildern, Lerndokumentationen, Präsentationen oder Leistungsnachweisen. Bei der Auswahl der Arbeiten, die dem Portfolio hinzugefügt werden, können sie von den Erzieher*innen oder Lehrer*innen beraten werden. Die ausgewählten Arbeiten sollten die Interessen, die Entwicklung sowie die erbrachten Leistungen widerspiegeln.

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Potenzial

Der Begriff Potenzial beschreibt die Fähigkeiten von Kindern bzw. Jugendlichen auf einem bestimmten Gebiet, die es bzw. ihn in die Lage versetzen können, besondere Leistungen zu erbringen.

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Psychologische Diagnostik

Die psychologische Diagnostik bei einer vermuteten Hochbegabung verläuft nicht standardisiert, sondern richtet sich nach der jeweiligen Fragestellung. Es gibt vielfältige Fragestellungen: Neben der Feststellung einer Hochbegabung kann es z.B. auch um die Ermittlung konkreter Fördermöglichkeiten, das Sozialverhalten oder die Lernmotivation gehen. Die psychologische Diagnostik im Zusammenhang mit Hochbegabung beinhaltet häufig die Verwendung von Intelligenztests.

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R

Resilienz

Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen. Sie zeigt sich im Umgang mit Frustrationen, Enttäuschungen, Krisen und schwierigen Lebenssituationen.

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S

Schülerstudium

siehe Juniorstudium

Selbstgesteuertes Lernen

Beim selbstgesteuerten Lernen übernehmen die Kinder und Jugendlichen die Verantwortung für ihr Lernen in hohem Maße selbst. Sie strukturieren ihren Lernprozess und entscheiden, wann sie welche Inhalte auf welche Art und Weise lernen und vertiefen.

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Selbstkonzept

Das Selbstkonzept beschreibt, wie sich das Kind bzw. der Jugendliche selbst wahrnimmt und welche Fähigkeiten er/sie sich selbst zuschreibt. Es bildet sich auf der Grundlage der Erfahrungen, die jedes Kind und jeder Jugendliche mit seiner Umwelt macht und den erlebten Reaktionen auf ihr/sein Verhalten, ihre/seine Leistungen und Persönlichkeit.

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Stereotype/isierung

Stereotype sind Eigenschaften, die als „typische“ Eigenschaften für eine bestimmte Gruppe von Menschen (z.B. Menschen gleicher sozialer Herkunft oder gleichen Geschlechts) angesehen werden. Diese Eigenschaften werden dann auf alle Menschen dieser Gruppe übertragen. Diese Stereotype sind jedoch bezogen auf die Gruppe häufig falsch und treffen noch seltener auf einzelne Personen dieser Gruppe zu, wirken also vorverurteilend.

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T

Talent

Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff Talent häufig gleichbedeutend mit dem Begriff Begabung verwendet. Die englische Formulierung unterscheidet jedoch zwischen gifted (Begabte) und talent (Begabung).

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Twice Exeptional

Twice Expectional (wörtl.: zweifach außergewöhnlich) bezeichnet hochbegabte Kinder und Jugendliche, die neben ihrer Hochbegabung in einem weiteren Aspekt Besonderheiten aufweisen, z.B. eine Teilleistungsschwäche oder Verhaltensauffälligkeiten.

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U

Überspringen

Das Überspringen einer Klassenstufe ist eine Maßnahme der Akzeleration und sollte im Einzelfall genau geprüft, von allen Beteiligten befürwortet und begleitet werden. Es setzt u.a. eine hohe Intelligenz, ein sehr gutes Lernvermögen und intrinsische Motivation sowie eine entsprechende sozial-emotionale Reife voraus.

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Underachiever

Underachievement (wörtl.: Minderleistung) in Bezug gesetzt zu einer Hochbegabung entspricht einer Minderleistung bei gleichzeitig sehr großem, weit überdurchschnittlichem kognitivem Potenzial. So wird von einem Underachiever gesprochen, wenn ein*e Schüler*in es nicht schafft, sein bzw. ihr durch einen IQ-Wert „belegtes“ Potenzial in schulische Leistung umzusetzen.

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Unterricht, jahrgangsübergreifend

siehe Jahrgangsübergreifender Unterricht

V

Vernetzung

siehe Netzwerke

Vorzeitige Einschulung

Die vorzeitige Einschulung ist eine Maßnahme der Akzeleration. Hierbei erfolgt eine entwicklungsgerechte Einschulung vor der eigentlichen Schulpflicht des Kindes.

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W

Wettbewerbe

Durch die Teilnahme an einen Wettbewerb können sich interessierte Schüler*innen vertiefend mit einem Projekt oder Fachgebiet beschäftigen.

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Z

Zone nächster Entwicklung

Die Zone nächster Entwicklung bezeichnet das Lernpotenzial eines Kindes im Verhältnis zu seinem momentanen Entwicklungsstand.

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