Hochbegabung verstehen

Hochbegabung verstehen

Wird eine hohe Begabung vererbt?

Die Entwicklung einer hohen Begabung ist sowohl von Merkmalen des Kindes, zu denen auch genetische Anlagen und Dispositionen gehören, als auch von Umweltfaktoren beeinflusst. Insofern unterliegt eine hohe Begabung zwar nicht ausschließlich, aber immer auch genetischen Einflüssen. Das gilt vor allem für besondere Begabungen in akademischen Domänen, für die eine hohe Intelligenz eine bedeutsame Rolle spielt: Intelligenzunterschiede sind zu einem erheblichen Teil (ca. 40 bis 60 %) genetisch bedingt, wenngleich auch Umweltbedingungen einen wichtigen Beitrag zu ihrer Erklärung leisten.

Der lange geführte Streit darüber, ob genetische Faktoren oder Umweltfaktoren von größerer Bedeutung für die Intelligenz sind, machte klar, dass das Ausmaß ihres jeweiligen Einflusses im Lebensverlauf schwankt. Je jünger Kinder sind, umso größer ist der Einfluss der Umweltfaktoren auf ihre Entwicklung. Das liegt auch daran, dass manche genetisch veranlagten Potenziale erst durch Umweltfaktoren aktiviert werden. Deshalb sind insbesondere für Kinder aus benachteiligten Milieus qualitätsvolle und anregungsreiche pädagogische Angebote schon ab einem frühen Alter von besonderer Bedeutung.

Die Wechselwirkung genetischer und umweltbedingter Faktoren ist dabei kein passiver Prozess. Mit zunehmendem Alter gestalten Kinder und später auch Erwachsene ihre Umweltbedingungen aktiv mit: Sie wählen sich beispielsweise Freunde, die ähnliche Interessen oder Fähigkeiten haben oder wählen bestimmte Freizeitaktivitäten oder schulische Angebote, mit denen sie ihren Neigungen nachgehen können. Damit nehmen sie aktiv Einfluss auf ihre (informellen) Lerngelegenheiten.

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Fragen und Antworten zu hoher kognitiver Begabung im Kita-Alter

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